Sie wollen Spenden? Das ist großartig und verdient schon vorab unseren Dank im Namen der vielen Betroffenen des Hochwassers. Damit Ihre Spende auch richtig ankommt, hier zehn Tipps für Sie:

Jede Spende wird den Betroffenen nützen. Überlegen Sie jedoch genau, welche Summe Sie einsetzen können. Betrachten Sie Ihre wirtschaftliche Situation und die der betroffenen Menschen vor Ort und entscheiden Sie dann bewusst über die Spendenhöhe, die Sie einsetzen können. Es kommt momentan nicht auf Schnelligkeit an. Lassen Sie sich nicht drängen!

Suchen Sie sich ein, maximal zwei Projekte aus, die Sie unterstützen möchten. Teilen Sie die Summe, die Sie spenden wollen möglichst nicht auf, denn je kleiner die Summe wird, desto mehr Geld geht anteilig in die Verwaltung. Auch Vereine und Stiftungen müssen Spendenbescheinigungen versenden und Steuererklärungen machen. Gerade in der angespannten Situation zur Zeit, würde ein Anstieg von vielen Kleinspenden enorm viel Zeit für die Verwaltung fressen. Das wäre kontraproduktiv.

Eine Katastrophe ist nicht vorhersehbar, und die notwendigen Hilfen sind somit nicht präzise planbar. Katastrophenhilfsorganisationen wissen das und legen Mittel für solche Fälle in Katastrophenfonds an, um erste Einsätze zu finanzieren. Bei solchen extremen Ereignissen reichen die Mittel nicht lange. Ihre Spende hilft die in Anspruch genommenen Geldreserven wieder aufzufüllen und die Hilfsmaßnahmen fortzusetzen oder wieder bereit zu halten.

Gerade bei Katastrophen treten leider auch „Trittbrettfahrer“ mit Spendenaufrufen an die Öffentlichkeit. Diese Organisationen verfügen meist nicht über die nötige Kompetenz, um wirksam und effizient helfen zu können, oder sind sogar kriminell und wirtschaften in die eigene Tasche. Prüfen Sie deshalb die Organisation auf Seriosität. Ein Blick ins Internet kann da schon helfen. Wie alt ist die Organisation, ist sie gemeinnützig, welche Personen stehen dahinter? Achten Sie auf Prüfsiegel wie das dzi-Spendensiegel, die Mitgliedschaft im Deutschen Spendenrat, das "Wirkt-Siegel" von PHINEO oder das Spendensiegel in Österreich, sowie das Logo der Aktion transparente Zivilgesellschaft. Wenn Sie sich unsicher sind, lassen Sie es lieber. Flutspenden.de soll sie unterstützen, seriöse Organisationen in ihrer Nähe zu identifizieren und zu fördern.

Viele kleinere Organisationen haben nicht das Spendensiegel, weil die Prüfung Geld kostet, oder weil Sie zu klein sind, um überhaupt Siegel beantragen zu können. Kleine regionale Organisationen können aber vor Ort mit ihrer Power an Ehrenamtlichen und Ortskenntnis vieles schnell bewirken. Große Organisationen haben ihre Stärken in der Katastrophenvorsorge und in der akuten Notsituation, wo sie effizient helfen.

Viele Spendenkonten sind mit dem Zweck „Hochwasser“ gekennzeichnet. Das bedeutet, Spenden mit diesem Zweck dürfen auch nur dafür eingesetzt werden. Die Katastrophen des Elbehochwassers 2002 und des Tsunami 2005/06 haben gezeigt, dass oftmals mehr gespendet wird, als real ausgegeben werden kann. Besonders seriös sind dann Organisationen, die für zweckgebundene Spenden einen Spendenstopp verhängen, weil Sie das Geld sonst zurückgeben müssten, oder die Spender bitten, Ihr Geld für andere Zwecke zu spenden. Wenn Sie den Organisationen vertrauen, spenden Sie einfach ohne Spendenzweck. Solche Organisationen haben Erfahrung in der Krisenbewältigung und wissen, wofür Sie das Geld einsetzen.

Wenn Ihnen jemand erzählt, die Spende kommt zu 100 Prozent an, dann ist das entweder ein Märchen oder es handelt sich um das Konto einer Kommune oder Stiftung, die ihre Verwaltungskosten aus Ihren Steuergeldern oder aus Erträgen des Stiftungskapitals deckt und das Geld so 1:1 weitergeben kann. Jede Organisation braucht Verwaltung und hat Kosten für Büros, Telefon, Porto, Banken, Zahlungsanbieter und Mitarbeiter. Hilfsgüter werden auch nicht von Geisterhand in Katastrophengebiete transportiert. Deshalb ist es ehrlich, zu sagen, dass nicht alles ankommt. Bis zwischen 15 und 20 Prozent der Spenden dürfen für Verwaltung eingesetzt werden und sind normal. Das ist weniger als das was Unternehmen einsetzen. Transparente Organisationen weisen diesen Wert auf ihren Websites oder in ihren Geschäftsberichten aus und begründen ihn.

Sie haben gespendet? Vielen Dank dafür. Sie helfen Menschen in Not. Aber damit ist es nicht getan. Bleiben Sie dran! Lassen Sie sich über den Stand des Spendenprojektes informieren und freuen Sie sich, wenn dank Ihrer Hilfe der Wiederaufbau schneller geht, Leid gelindert und Existenzen gesichert werden. Seien Sie aber auch etwas großzügig, wenn der Dank der Organisation nicht sofort kommt. Sie haben momentan die meisten Kräfte im Einsatz. Unsere Empfehlung: Spenden Sie online über die Spendenformulare auf den Websites der Organisationen, dann bekommen Sie sofort eine automatische Bestätigung des Spendeneingangs.

Eine Spendenbescheinigung verlangt den Organisationen momentan viel ab. Da Sie die frühestens im Januar/Februar des nächsten Jahres für Ihre Steuererklärung brauchen werden, machen Sie hier bitte keinen Druck. Das deutsche Finanzamt akzeptiert bei Spenden bis 300 Euro auch einen gestempelten Beleg der Bank oder eine Kopie des Überweisungsträgers. In Österreich sind Spenden für die Katastrophenhilfe steuerlich ebenfalls absetzbar. Bitte prüfen Sie dazu die Liste der zuwendungsberechtigten Organisationen, wenn Sie sich nicht sicher sind. Hier muss die Spende mittels Beleg (Einzahlungsbeleg, Kontoauszug, Quittung) nachgewiesen werden und die Organisationen müssen eine Spendenbestätigung ausstellen. Lassen Sie ihnen dafür Zeit. Es drängt nicht. Notieren Sie in jedem Fall Ihre Adresse auf dem Überweisungsträger, damit Sie über den Eingang der Spende und über den Fortgang des Projektes informiert werden können.

Geldmittel können immer flexibler und effizienter eingesetzt werden, als Sachspenden. Nur wenn gezielt nach Sachspenden mit einem konkreten Zweck gefragt wird, ist es empfehlenswert, darauf zu reagieren. Die Spenden sollten für die Organisation aber nicht mit zusätzlichem Aufwand verbunden sein. Sachspenden müssen sortiert, aufbereitet und transportiert werden. Dafür hat aktuell kaum jemand Zeit. Außerdem sind die Lager bereits voll.